Krankheiten
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Wenn das Kaninchen krank ist
Durchfall
Räude und Milben
Augenentzündung
Schnupfen
Myxomatose oder Kaninchenpest
RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) oder "China-Seuche"
Impfungen
Besuch beim Tierarzt
Wenn dem Kaninchen nicht mehr geholfen werden kann

Wenn das Kaninchen krank ist

Wer sein Kaninchen gut kennt merkt schnell, wenn etwas nicht stimmt, denn wenn das Kaninchen krank ist sitzt es oft "aufgeplustert" und teilnahmslos in der Ecke, es trinkt und frist nur wenig. Wenn dieser Zustand länger als einen Tag anhält sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Auch bei eitrigen Bisswunden oder Augenentzündungen sollte man das Kaninchen dem Tierarzt vorstellen um die richtigen Medikamente zu bekommen.
Natürlich ist Vorbeugung immer noch das beste, deshalb sollte man auf gutes Futter und genügend Bewegung achten. Auch Gefahren wie herunterfallen, eingequetscht werden u.s.w. sollte vorgebeugt werden, da Knochenbrüche bei Kaninchen nur schwer behandelbar sind.


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Durchfall

Durchfall kann viele Ursachen haben, vor allem bei der Umstellung von Trockenfutter auf Grünfutter tritt er häufig auf. In diesem Fall sollte man erst mal nur noch Trockenfutter und Heu füttern, bis der Durchfall verschwunden ist und dann mit ganz wenig Grünfutter anfangen und diese Menge langsam steigern. Es kann auch lauwarmer Kamillentee zum trinken angeboten werden. Von meinem Tierarzt habe ich das Geheimrezept gegen Durchfall bekommen, bei meinen Kaninchen hat es bisher immer geholfen, es ist eine Art natürliches „Antibiotika“ und hilft bei so ziemlich jeder Art von Durchfall: 500 Gramm geschälte (!) Möhren in einem Liter Wasser mit einem gestrichenem Teelöffel Salz eine ganze Stunde lang kochen lassen (das ist ganz wichtig), dann das ganze dann pürieren und auf einen vollen Liter mit Wasser auffüllen (beim Kochen geht einiges an Flüssigkeit verloren). Das Möhren Püree muss dann in einem geschlossenen Gefäß im Kühlschrank aufbewahrt werden und dies nicht länger als vier Tage. Die meisten Kaninchen fressen das Püree total gerne, wenn man es ihnen in einer Schale anbietet. Sollte dies nicht der Fall sein: 3-4 mal Täglich Jungtieren 10 ml, Erwachsenen Kaninchen 20-30 ml mit einer Spritze ohne Kanüle vorsichtig Tropfenweise direkt ins Maul geben. Nach 1-2 Tagen ist der Durchfall weg, zur Sicherheit sollte die Möhrenkur aber noch zwei Tage fortgeführt werden. Sollte der Durchfall nicht besser werden, sofort den Tierarzt aufsuchen!

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Räude und Milben

Bei solch einem Befall hat das Kaninchen kahle Stellen auf denen eine kalkige Schicht zusehen ist, die Tiere kratzen sich häufig. Milben können sowohl am Körper als auch in den Ohren auftreten. Wenn der Verdacht auf Milben oder Räude besteht sollte man zum Tierarzt gehen und sich ein geeignetes Medikament verschreiben lassen.


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Augenentzündung

Eine Augenentzündung erkennt man daran, dass das Kaninchen sein Auge zukneift, es tränt oder vereitert ist. In jedem Fall sollte man das Auge reinigen, dazu nimmt man einen fusselfreien Lappen und tränkt ihn in Kamillentee. Jetzt muss man damit vorsichtig den Schleim oder Eiter entfernen. Bei leichteren Entzündungen hilft Bepanthen Augensalbe, sollte die Entzündung innerhalb von drei Tagen nicht besser werden sollte man unbedingt zum Tierarzt gehen.


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Schnupfen

Schnupfen ist bei Kaninchen quasie unheilbar, die Erreger können zwar mit Antibiotika bekämpft werden, aber trotzdem überleben in den allermeisten Fällen einige in den Nasennebenhöhlen. Auch wenn die Kaninchen zeitweise nicht niesen bzw. keinen eitrigen Schnupfen haben, treten die Krankheitssymptome immer wieder auf. Ansonsten stört diese Art von Schnupfen das Kaninchen recht wenig, es frist und verhält sich normal, aber der Schnupfen ist ansteckend.
Kaninchen die Schnupfen haben sollten auf keinen Fall zur Zucht verwendet werden und bei einem größeren Bestand in jedem Fall von den anderen Kaninchen isoliert werden.


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Myxomatose oder Kaninchenpest

Diese Krankheit wurde vom Menschen als Bekämpfung der Wildkaninchen in Australien genutzt und dort absichtlich verbreitet. Die Krankheitserreger (Viren) werden durch Mücken, Fliegen, von Tier zu Tier oder durch verseuchte Gegenstände übertragen. Auch eine indirekte Übertragung durch z.B. versuchtes Grünfutter ist möglich.
Da diese Krankheit vor allem durch Insekten verbreitet wird ist die Ansteckungsgefahr in den Sommermonaten besonders hoch.
Die Krankheitssymptome, die nach etwas einer Woche Inkubationszeit auftreten, sehen folgendermaßen aus, eine zugeschwollene, eiterige Nase und auch Augen und Maul schwellen zu. Die Eiterbeulen brechen nach einiger Zeit auf und der allgemein Zustand verschlechtert sich, durch die zugeschwollene Nase bekommen sie schwer Luft und auch das Fressen verursacht Schmerzen. Es können auch Hautknoten am gesamten Körper auftreten. Nach zwei bis drei Wochen endet die Krankheit in den meisten Fällen tödlich.
Die Krankheit ist hochansteckend, deshalb sollte man ein erkranktes Kaninchen sofort von den anderen trennen und sich nach jeder Berührung die Hände desinfizieren.
Ein Medikament oder Gegenmittel gibt es nicht, in den meisten Fällen endet die Krankheit tödlich. Das einzige, was man vorbeugend machen kann ist sein Kaninchen jährlich impfen zu lassen, aber auch dies bietet keinen 100%tigen Schutz. Obwohl ich aus Erfahrung sagen kann, dass bei uns kein Kaninchen mehr an Myxomatose erkrankt ist, seit wir unsere Kaninchen impfen lassen.
Vor drei Jahren erkrankten bei uns fünf Kaninchen an der Seuche, zwei davon überlebten sie. Kaninchen, die diese Seuche überleben sind ihr Leben lang immun gegen Myxomatose und bei Häsinnen ist auch ihr Nachwuchs immun dagegen. Wenn man ein erkranktes Kaninchen pflegt sollte man die Einstreu täglich wechseln, leicht verdauliches Futter geben wie z.B. Möhren, Haferflocken, gutes Heu u.s.w., außerdem sollte man Augen und Nase mit einem weichen, angefeuchteten Lappen reinigen.


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RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) oder "China-Seuche"

Diese Seuche wurde 1984 erstmals in China entdeckt und nach drei Jahren war sie in Deutschland angekommen. Auch diese Seuche wird durch Viren übertragen, die Ansteckung erfolgt genauso wie bei der Myxomatose. In Kot oder infiziertem Grünfutter u.s.w. können die Erreger wochenlang ansteckungsfähig bleiben.
An RHD erkranken nur Tiere die älter als zwei Monate sind, die Symptome reichen von plötzlich tot im Käfig liegen bis blutigem Schaum aus der Nase.
Die Inkubationszeit beträgt zwei bis drei Tage und nach Ausbruch der Krankheit führt diese nach ein bis drei Tagen zum Tod.


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Impfungen

Man kann sein Kaninchen gehen Myxomatose und RHD impfen lassen. Kaninchen die Draußen gehalten werden sind wesentlich gefährdeter (da sie mehr Kontakt zu Mücken und Fliegen haben) als Kaninchen, die in der Wohnung leben.
Man kann sein Kaninchen ab der 8. Lebenswoche impfen lassen. Der Impfschutz der Myxomatose Impfung hält sechs Monate, ich lasse meine Kaninchen immer im Frühjahr impfen, so dass die Kaninchen in der Zeit der größten Ansteckungsgefahr geschützt sind.
Der RHD Impfschutz hält ein Jahr lang an. Beide Impfungen können auf einmal vorgenommen werden. Da der Impfstoff immer für 10 Tiere reicht und nach Anbruch nur noch wenige Stunden verwendbar ist muss man immer den ganzen Impfstoff bezahlen, deshalb ist es ratsam, wenn sich mehrere Kaninchen Besitzer zusammentun, so wird die Impfung um einiges billiger.


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Besuch beim Tierarzt

Die oben genannten Krankheiten sind nur eine kleine Auswahl an Krankheiten, denn in den meisten Fällen muss sowieso der Tierarzt aufgesucht werden, damit er die richtige Diagnose stellen und die richtigen Medikamente verschreiben kann.
Zum Transport sollte man einen Katzentransportkäfig nehmen, der von oben zu öffnen ist, damit man das Kaninchen leicht herausnehmen kann. Der Käfig sollte mit einem Handtuch abgedeckt werden. Als "Einstreu" sollte man Krepppapier oder ein altes Handtuch nehmen. Bei Durchfall sollte man eine Kotprobe in einem kleinen Plastikbeutel mitnehmen.


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Wenn dem Kaninchen nicht mehr geholfen werden kann

Manchmal kann es sein, dass ein Kaninchen unter einer unheilbaren Krankheit leidet und der Tierarzt dem Kaninchen nicht mehr helfen kann. Wenn das Kaninchen leidet, Schmerzen hat und sich nur noch quält sollte man zusammen mit dem Tierarzt entscheiden, ob man das Kaninchen von seinen Qualen erlöst und es einschläfern lässt.
Man darf sein Kaninchen im Garten beerdigen, wenn man es mit einer mindestens 50 cm dicken Erdschicht bedeckt. Ein Grab kann vor allem für Kinder ein sehr großer Trost sein, weil sie ihr Kaninchen immer noch besuchen können. Man sollte seinen Kindern auf jeden Fall erklären, warum sie sich von ihrem Spielkameraden verabschieden müssen. Meine Mutter hat uns früher immer erklärt, das es ist als habe das Kaninchen nur ein Kleid ausgezogen und seine Seele sich jetzt ein neues sucht oder zurück in den Himmel geht.
Man kann tote Kaninchen auch bei seinem Tierarzt abgeben, von dort aus kommen die Tiere dann in die Tierkörperbeseitigungsanstalt und werden verbrannt.


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